Gesundheitsschäden durch Fluglärm

 

 

Fluglärm macht krank! Das ist inzwischen hinreichend durch weitreichende epidemiologische Untersuchungen von Medizinern erwiesen.

 

Der Medizin-Professor Eberhard Greiser veröffentlichte am 4.03.2010 in der Medical Tribune die besorgniserregenden Ergebnisse seiner Studie rings um den Flughafen Köln/Bonn.

 

Ausgelöst wurde diese Studie von einer Ärtzeinitiative aus dem Rhein-Sieg-Kreis, die eine Erklärung dafür verlangte, warum sie so sehr viel mehr blutdrucksenkende Medikamente, Beruhigungs- und Herzmedikamente verschrieben als ihre Kollegen in anderen Regionen.

 

Zitat aus dem oben genannten Artikel in der Medical Tribune:

„Schon ab einem nächtlichen Dauerschallpegel von 53 Dezibel, wie er für die Ausweisung von Schutzzonen nach dem Fluglärmgesetz für neue oder wesentlich erweiterte zivile Flughäfen vorgesehen ist, verdoppelt sich bei Frauen ab 40 Jahren das Erkrankungsrisiko für stationär behandelte Herz-Kreislauf- und für koronare Herzerkrankungen, bei Schlaganfällen steigt das Risiko um 122 %. Der (für das Jahr 2004) maximal berechnete Dauerschallpegel in der Nähe des Flughafens Köln/Bonn lag am Tag bei 63 und in der Nacht bei 62 Dezibel.

In politischen Entscheidungen, Planfeststellungsverfahren und gerichtlichen Auseinandersetzungen zum Fluglärm sind demnach bislang zu hohe Toleranzwerte – 70 Dezibel am Tag und 55 in der Nacht –, angesetzt worden, schließt Prof. Greiser aus seinen Berechnungen.

Auch aufgrund anderer Studien im In- und Ausland, geht der Arzt von einer belegten Kausalität zwischen (nächtlichem) Fluglärm und Herz-Kreislauf-Krankheiten aus: Lärm ist ein Blutdruck erhöhender Stressor. Aber auch für Brustkrebs bei Frauen ab 40 Jahren, die ohne Schallschutzfenster dem Köln-Bonner Fluglärm ausgesetzt sind, stellte Prof. Greiser ein verdoppeltes Krankheitsrisiko fest, wenn der nächtliche Dauerschallpegel bei 53 (statt bei unter 40) Dezibel liegt. Mögliche Erklärung: Schlafstörungen mindern die Immunabwehr, insbesondere die Anzahl und Aktivität natürlicher Killerzellen, und erleichtern so die Entstehung bösartiger Neubildungen. Hier sieht er noch Forschungsbedarf. Das gilt auch für die gefundene Risikoerhöhung für Non-Hodgkin-Lymphome und Leukämien bei Frauen.

Für Krebs bei Männern ließ sich kein statistischer Zusammenhang erkennen. Möglicherweise reagieren Frauen sensibler als Männer auf Lärmstress, mutmaßt Prof. Greiser. Und außerdem sind sie seltener voll berufstätig als Männer, wären also in ihrer Wohnung länger als die Männer dem Fluglärm ausgesetzt.“

 

 

Unsere Forderung:

 

Daraus ergibt sich als Forderung, dass vor allem der Grenzwert für den Lärmschutz in den Schlafbereichen von derzeit 55 Dezibel nach unten abgesenkt werden muss und auch in den Schlafzimmern Schallschutzfenster eingebaut werden müssen.

 

Besonders die Kinderzimmer müssen gut schallgedämmt werden, damit unsere Kinder dort zehn Stunden durchschlafen und in ihren Zimmern auch ungestört ihre Hausaufgaben machen können.

 

 

Nachteilsausgleich:

 

Eine bessere Gesundheitsvorsorge in Blankenfelde – Mahlow durch einen zusätzlichen Allgemein­mediziner, einen Kinderarzt und eine Gynäkologin. Die Gynäkologie-Praxis sollte für ein regelmäßiges Mammographie-Screening mit einem strahlungsarmen Diagnose-Gerät ausgestattet sein, damit die Frauen die Chance auf Brustkrebs-Früherkennung haben, rechtzeitig brustschonend operiert werden und überleben können.