Keine startenden Flugzeuge über dem Kerngebiet von Blankenfelde - Mahlow!


Es ist nicht nur der Standort Schönefeld sowieso der falsche für den BER, sondern für Blankenfelde – Mahlow besonders verheerend ist, dass die Pisten des BER genau so ausgerichtet worden sind, dass bei Ostwind-Wetterlagen Flugzeuge aus dem Westen Blankenfelde und Mahlow zwingend überfliegen müssen.

 

Die Landung gilt als einer der gefährlichsten und heikelsten Momente beim Fliegen. Schon meilenweit vor der Piste müssen die Flieger auf einem Leitstrahl von großer Höhe heruntergeführt und sicher auf die Landebahn geleitet werden. Das ist nur durch den Geradeaus-Flug der Maschinen auf die Lande­bahn am sichersten zu bewerkstelligen.

 

Sobald also der BER in Betrieb geht, werden bei Ostwind wohl etwa 330 Maschinen Blankenfelde – Mahlow überfliegen. Das allein ist eine riesige Last, gegen die nichts getan werden kann, außer man verzichtet ganz auf den BER.

 

Die DFS hat nun bei ihrer ersten, in Berlin so umstrittenen Routenplanung, durch das Abknicken der Flugzeuge nach dem Start Blankenfelde – Mahlow vom Überflug durch startende Maschinen entlastet. Ähnlich verfährt sie mit einer kleinen Stadt im Rhein-Main-Gebiet namens Raunheim. Raunheim muss auch aufgrund seiner geographischen Lage den Landeanflug auf den Rhein-Main-Airport erdulden, wird dafür aber durch den Überflug von startenden Maschinen befreit.

 

Durch das DFS-Konzept würde das Kerngebiet von Blankenfelde und Mahlow entlastet, Mahlow – Waldblick durchaus noch erheblich belastet und infolge davon auch Berlin-Lichtenrade, Birkholz, Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow  in Mitleidenschaft gezogen. Berthold Fuld schlägt vor, von beiden Pisten nach Westen startende Flugzeuge um 90 Grad abknicken zu lassen. Das würde Mahlow-Waldblick und das Kerngebiet entlasten, Teile von Dahlewitz, Jühnsdorf und Groß Kienitz aber mehr belasten. Dieter Faulenbach – da Costa verschafft Entlastung, indem er jeweils einer der beiden Pisten mehr Landeanflüge (Nordbahn) bzw. mehr abknickende Starts (Südbahn) zuweist.

 

In jedem Fall sind bei der Entlastung des Kerngebiets andere Ortsteile von Blankenfelde – Mahlow mehr oder neu betroffen. Das ist bedrückend, aber wir aus dem Schriftstellerviertel können aus Selbst­erhaltungstrieb nichts anderes fordern. Wenn, wie vom Land Berlin und vom Bund verlangt, allein der Geradeaus-Flug auf den gezeichneten Linien des Planfeststellungs­verfahrens sowohl Starts und Landungen an 16 Stunden an einem jeden Tag sowie den ausufernden Wünschen nach 113 Flügen in den Randzeiten über unseren Häusern und Köpfen abgewickelt wird, dann werden wir mittelfristig krank. Und was uns droht, können wir in der Studie von Eberhard Greiser, aber auch noch anderer Mediziner nachlesen: Mehr Herz-Kreislauf-Leiden, mehr Herzinfarkte, mehr Schlaganfälle, mehr Depressionen sowie eine verdoppelte Brustkrebs-Rate bei Frauen.

 

Nach Ansicht des Luftfahrtexperten Faulenbach – da Costa ist dann die Belastung bei uns so stark, dass wir eigentlich abgesiedelt werden müssten, denn nach allen medizinischen Erkenntnissen ist Menschen eine solch starke Belastung ohne erhebliche Schäden an ihrer Gesundheit nicht zuzumuten. Aber: Das würde nach seiner Hochrechnung mindestens 3,6 Milliarden Euro kosten; Geld, das die Länder  Berlin und Brandenburg sowie das Bundesverkehrsministerium  angeblich auf keinen Fall aufbringen können.

 

Aber darf man deshalb rücksichtslos sein und unser Grundrecht auf Gesundheit ignorieren? Uns die Nutzung unserer Gärten unmöglich machen? Uns ohne vorher verübtes Verbrechen in unseren Häusern gefangen setzen? Uns zumuten, wie in einem immerwährenden Winter zu leben? Den Wert unserer Immobilien durch den BBI entschädigungslos auf das niedrigste Niveau absenken? Uns mit Schallschutzmaßnahmen abfinden wollen, die auf einem skandalös niedrigen Niveau sind, und unsere Häuser noch ein zweites Mal entwerten?

 

Und ganz generell gefragt. Sind die dann hart betroffenen Menschen in Blankenfelde – Mahlow Menschen minderen Rechts? Und gehört unsere kleine Stadt dann überhaupt noch zum Rechtsgebiet der Bundesrepublik Deutschland? Oder sind wir dann eine Enklave, in der die allen deutschen Bürgern verfassungsmäßig garantierten Rechte keine Gültigkeit mehr haben?